הקיבוצים בתקשורת העולמית
הקיבוצים בתקשורת העולמית - כתבה באנגלית על המתנדבים בקיבוצים ההופכים לשגרירי ישראל בעולם וכתבה בגרמנית על הקשר של הקיבוץ לקפיטליזם

אביב לשם, דובר התנועה הקיבוצית - 12.5.2008

 

כתבה באנגלית על המתנדבים בקיבוצים ההופכים לשגרירי ישראל בעולם

 

Six Decades of Volunteers – Israel’s Lesser-Known Ambassadors

Written by Rachelle Kliger
Published Wednesday, May 07, 2008

 

“I was brought up a strict Protestant and the whole scenery of the Bible and the New Testament was part of my craving to experience the country,” she says.

 

Her third trip to Israel, which was originally planned to last for a year, has continued until this day. Roded, 60 (“I was born in the same year as the state”), married an Israeli and brought up her family on Beit Hashita, where she lives.

 

Roded believes it is not only Israel’s image that is now keeping volunteers away but also the fact that times have changed. Back in the 1970s Israel was in its construction stages and there was an element of excitement about building something new, whereas today this is less relevant, she says.

 

If she were 25 today, she is not sure she would make the same choices she made 35 years ago.

 

“Because of the political situation in the country, I’m not sure I’d come with the same enthusiasm and the same willingness to help. Perhaps I’d think there isn’t much of a need for help. Also, I can’t quite identify with Israel’s political line over the past few years.”

 

Lynda Ali Nazar (nee Watts) from England was 21 when she arrived at Kibbutz Tze’elim in the Negev in 1987.

 

“I had lost somebody very close to me and needed a change of life and to get away,” she says. She found comfort in the kibbutz, where she stayed on and off for three years.

 

In a somewhat surprising twist of fate, she is now married to a Muslim from Pakistan but remains connected to Israel and follows events in the region with awareness of what is happening on both sides.

 

“My experiences were good and I often find myself defending the Israeli side and trying to show people that it's not a war-torn place, that it’s safe to visit and the people are wonderful and friendly,” she says, adding that the British media sometimes gives Israel negative and uncalled-for coverage.

 

“My wedding guests in England were from all over the world and the tables with Pakistani, Indian, English, Danish and Israelis were the loudest, having the most fun and really enjoying each other’s company.

 

“If I'd never been to Israel the Jewish friends and the Muslim friends who shared a house for the wedding would never have had that chance to meet each other on neutral terms, and believe me, the few heated debates gave them all a different perspective on each other.”

A volunteer from Norway who spent time on Kibbutz Givat Brenner in the mid-70s said the conditions were “no five-star hotel, more like minus two,” but still has fond memories of the time.

 

“In Israel I was a visitor in Jewish and Arab homes, and I felt it was okay that both Arabs and Jews were living in the same area,” he says.

 

“Today I would not hitch hike in Israel, and I warn all people against that. The situation has changed, not only in Israel, but also in Europe.”

 

During his last visit to the country 10 years ago he felt afraid of walking in Jerusalem's Old City. Things have changed, he says.

 

“It seemed to me that the inhabitants of Israel were tired. Both Jews and Arabs,” he notes.

 

Despite the difficulties and changing times there is general agreement that the volunteering was a positive experience.

 

“It opens your eyes,” Roded says. “A person studying law in the United States should roll up their sleeves and toil the earth here.”

 

Carson says it helped him gain self-confidence.

 

“I now see the ‘big picture’ in life without worrying too much about the small details, or things I cannot change. It really did improve me as a person and was one of the most enjoyable experiences of my life.”

 

 

כתבה בגרמנית על הקשר של הקיבוץ לקפיטליזם

 

Kapitalismus im Kibbuz

Von Isabelle Nguyen

10. Mai 2008

 

Geldnot, bröckelnde Ideale, Landflucht: Die einst als sozialistische Lebens- und Arbeitsgemein- schaften gegründeten Kibbuzim in Israel müssen sich neu erfinden. Das Zauberwort heißt Marktwirtschaft

 

Natürlich haben wir uns das nicht so vorgestellt", sagt Aviva Weisgal. Die 52-jährige Therapeutin mit den wilden roten Locken sitzt in ihrer Küche im Kibbuz Harel. Mit "wir" meint sie die Pioniere der Jugendbewegung HaSchomer HaZair, mit denen sie vor mehr als 30 Jahren aus Amerika in ihr ländliches Kollektiv kam. Sie war damals, mit 19 Jahren, aus eigener Sicht eine "professionelle Zionistin", die an die Kibbuz-Ideale glaubte.

 

Gegründet wurde Harel 1948 zwischen Jerusalem und Tel Aviv. Lange Zeit war er ein klassischer Kibbuz mit Speisesaal, Kinderhaus, regelmäßigen Versammlungen, hauptsächlich landwirtschaftlicher Arbeit für die Mitglieder und Löhnen in Form eines kleinen, einheitlichen Taschengeldes. Eine Gemeinschaft, in der es kaum Privateigentum gab und in der Zusammenhalt alles bedeutete. Im Kinderhaus schliefen und lebten die Kleinen getrennt von ihren Eltern. Heute erinnert daran nur noch der Name. Auch die gemeinsamen Mahlzeiten sind Geschichte.

Der Kapitalismus ist eingekehrt. Der Kibbuz bezieht heute seine Haupteinnahmen aus Tourismus, Kinderbetreuung und der Vermietung von Wohnraum. 15 Familien leben in einigen der kleinen Häuser mit Terrassen und grünen Gärten, ohne direkt Mitglied der Kibbuz-Gemeinschaft zu sein.

 

Viele der 50 Mitglieder, Kibbuznikim genannt, wiederum arbeiten außerhalb des Kibbuz, während nun thailändische Gastarbeiter Harels Felder bewirtschaften. Vor zwei Jahren wurde außerdem das egalitäre Entlohnungsprinzip abschafft: Nun wird jeder entsprechend seiner Leistungen bezahlt. Ein Wäschereimitarbeiter beispielsweise verdient weniger als die Leiterin des Kinderhauses. Auch ihr Privatleben gestalten die Kibbuzmitglieder heute individueller als früher.

 

Angefangen hat die Erosion der sozialistischen Ideale in den 80er Jahren. Eine Entwicklung, die in eine Krise führte und die Werte der Bewegung in Frage stellte. 1977 hatte die Kibbuz-freundliche Arbeiterpartei ihre Mehrheit in der Regierung an den konservativen Likud verloren. Dieser strich den Kibbuzim alsbald die staatlichen Subventionen.

Als die Zinsen für Kredite dann Mitte der 80er Jahre in die Höhe schossen, standen die Kibbuzim auf einmal vor einer Schuldensumme von 17 Milliarden Schekel (nach heutigem Kurs knapp über drei Milliarden Euro). Die Hälfte davon übernahm der Staat, der Rest muss noch bis 2013 zurückgezahlt werden - eine enorme Last für die Gemeinschaften.

 

Viele junge Mitglieder mit guter, vom Kibbuz finanzierter Ausbildung sahen sich nach neuen, lukrativeren Jobs um. Bis 2004 dauerte die Abwanderung, bei der die Gemeinschaften insgesamt 50 000 Mitglieder verlor und das Durchschnittsalter rapide anstieg. Mit dem allgemeinen Niedergang der Landwirtschaft mussten sich auch die Kibbuzim nach einer neuen wirtschaftlichen Grundlage umsehen. Statt Feldarbeit setzten sie auf Industrie und Dienstleistungen. Während früher bei der Arbeit das Rotationsprinzip herrschte, nach dem jeder jeden Job machen konnte, bekamen die Mitglieder nun feste Aufgaben zugewiesen.

 

Wenn bei der Gründung eines Unternehmens die Kibbuznikim in einfache Arbeiter und Manager mit eigenen Autos aufgeteilt wurden, so war das Gleichheitsprinzip am Ende. Folge: Neid kam auf, das Gemeinschaftsgefühl funktionierte nicht mehr. Im Speisesaal nahmen sich die Leute mehr Essen als sie brauchten, viele ließen die Klimaanlagen an, wenn sie aus dem Haus gingen. Es war ja kostenlos.

 

Als "Familienkrise" bezeichnet Dani Samir vom Institut für Kibbuzforschung der Universität Haifa diese Situation. Das Institut beschäftigt sich seit 30 Jahren mit der Rolle des Kibbuz in der israelischen Gesellschaft. "Es gibt zwei Möglichkeiten: Eine Familie kann durch die Krise gestärkt werden, oder sie kann daran zerbrechen."

So auch bei der Bewegung: Einige Kibbuzim konnten dem finanziellen und wirtschaftlichen Druck nicht standhalten und gingen pleite. Andere versuchten, das Gemeinschaftsgefühl durch härtere Arbeit und stärkere Sparmaßnahmen wieder zu beleben. Bei der dritten und größten Gruppe hat die Privatisierung begonnen.

 

Aviv Leschem, Sprecher der Kibbuz-Bewegung HaTnuah HaKibbuzit, spricht lieber von "Erneuerung". 257 Kibbuzim umfasst seine Organisation heute, 180 davon gelten als erneuerte.

Wie sich die Privatisierung gestaltet, hängt von den einzelnen Gemeinschaften ab. Meist sind die Mahlzeiten heute kostenpflichtig, ebenso wie Strom und Wasser. Ihr Gehalt von außerhalb können die Mitglieder nach Abzug der Kibbuz-Steuer behalten. Fünf Kibbuzim haben auch die letzte Konsequenz gezogen und die Grundstücke, früher Staatseigentum, an die Mitglieder überschrieben.

 

Gibt es überhaupt noch einen Unterschied zwischen dem "erneuerten" Kibbuz und einem normalen Dorf? Vor diese Frage sah sich auch die israelische Regierung gestellt. So beschloss ein Expertenausschuss fünf Kriterien, die jeder Kibbuz erfüllen sollte: Dazu gehören Krankenversorgung, Altenpflege, Pension, Bildung und Sorge für die sozial schwächer Gestellten. Es gibt in jedem Kibbuz einen Mindestbetrag, den jedes Mitglied monatlich erhalten soll. Liegt das jeweilige Gehalt darunter, so gibt es Zuschüsse von Staat und Kibbuz. Durch Steuern, die sich nach der Höhe der Gehälter richten, fließen immer noch bis zu 30 Prozent des Einkommens der Mitglieder in die Gemeinschaftskasse.

 

Und auch äußerlich unterscheidet sich der Kibbuz von anderen Siedlungsformen. Harel beispielsweise mutet wie ein großer, üppiger Garten mit Blumenbeeten, Nadelbäumen und Palmen an, in dem weder Zäune noch Mauern die Grundstücke voneinander trennen. Auf den schmalen Wegen fahren keine Autos, einige der Bewohner schließen ihre Türen nicht ab.

Beschlossen wurde der Wandel zum privatisierten Kibbuz jeweils von den Mitgliedern selbst. Eine Mehrheit von 75 Prozent wurde für die Änderung benötigt. "In vielen Fällen stimmten sogar 90 Prozent der Mitglieder dafür", sagt Kibbuz-Sprecher Leschem. Denn das Modell Kibbuz war auch ideologisch überholt.

 

Auch Dani Samir glaubt nicht, dass der Veränderungen nur wirtschaftlich motiviert waren. Denn selbst reiche Kibbuzim wurden privatisiert. "Die Leute wollten die enge Gemeinschaft nicht mehr", sagt der Wissenschaftler. Die starke Bindung zwischen den Mitgliedern lockerte sich mit dem Blick über den Kibbuzzaun. Auch jenseits gab es kulturelle Veranstaltungen. Fernsehen und Internet verstärkten die Distanz.

 

Für Samir ist der Kibbuz heute trotz allem immer noch eine soziale Institution. So seien es Kibbuzmitglieder gewesen, die 2005 beim Abzug Israels aus dem Gazastreifen die Siedler aufnahmen. "Und das, obwohl sie nicht mit deren politischen Sichten übereinstimmen", erklärt der Forscher. In der Westbank wiederum bemühen sich Kibbuznikim um Frieden, indem sie gemeinsam mit Palästinensern Oliven anpflanzen.

 

Auch leisten Kibbuzim noch heute Pionierarbeit. Ein Beispiel ist der Kibbuz Ketura im Südosten Israels, in der Aravasenke der Wüste Negev. In Ketura, eines der fast 80 nicht privatisierten Kibbuzim, entstehen ständig neue Projekte, um die Wüste zum Blühen zu bringen: Es gibt profitable Dattelplantagen, eine Algenfarm, Milchproduktion und eine einzigartige Schule für die Erforschung des Negev, das Arava-Institut für Ökologische Studien.

 

Ihr Gehalt zahlen die Mitglieder dieses mittelgroßen Kibbuz nach wie vor an die Gemeinschaft, im Gegenzug gibt es Miete, Strom, Krankenversorgung und Ausbildung umsonst. Wenn jemand die mitten in der Wüste gelegene Siedlung verlassen will, muss er sich für eines der gemeinschaftlichen Autos anmelden.

"Eine große Familie von 300 Leuten", so beschreibt der Touristenführer Dill Slott sein Zuhause. Die Gründe für Keturas Erfolg seien vielfältig. So sei der 1973 gegründete Kibbuz noch vergleichsweise jung. Die Lage fernab der Städte mindere deren Einfluss auf die Gemeinschaft. Heute passiert in Ketura das, wovon jeder Kibbuz träumt: Familien und junge Leute wollen Mitglieder werden. Sie lockt die finanzielle Sicherheit, das exotische Wüstenleben und die Vielzahl innovativer Projekte.

 

Angesichts solcher positiver Entwicklungen spricht Aviv Leschem bereits von einem "Comeback des Kibbuz". Seit 2005 sei die Zahl der Mitglieder wieder leicht angestiegen, von 115 200 auf 118 000. Vor allem für junge Familien sei der neue Kibbuz in seiner offeneren, liberaleren und zwangloseren Form wieder attraktiv. Denn immer noch böte er einen einzigartigen Lebensstil. Seine Schulen und Kindergärten genießen ein hohes Ansehen. Ihre Hoffnungen setzen die Kibbuzim nun auf die Neuankömmlinge. "Wenn der Trend weitergeht, wird der Kibbuz überleben. Wenn nicht, ist das Konzept in zwanzig Jahren tot", prophezeit Leschem.

 

Auch Harel wirbt um neue Mitglieder. Deren Zahl soll bald von 50 auf 70 aufgestockt werden. Avivas Kinder gehören seit kurzem dazu. Die 22-jährige Tochter Amit ist froh, in Harel aufgewachsen zu sein. "Ich bekam hier viel Aufmerksamkeit und eine tolle Ausbildung", sagt sie. Auch ihre Kinder sollen später im Kibbuz leben. Aviva wird das freuen. "Ich hoffe, dass mehr Leute kommen und ich meine Enkel hier aufwachsen sehen kann."




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